«Zeit der Stille» — Czas Ciszy
P R E S S E S T I M M E N :
«Ludzie z innego wymiaru — Menschen von anderen Dimensionen»
Zeitungsartikel über die Ausstellung der drei Fotografen Siegward Schmitz (Deutschland), Eugeni Koziula (Weißrussland) und Marek Dolecki (Polen):
«Die Ausstellungsbilder hinterließen tiefe Eindrücke auf die Besucher.
Die Besucher kamen mit gemischten Gefühlen. Viele Besucher waren sehr gerührt,
da die Bilder sie an ihre eigene Kindheit erinnern. Andere Besucher waren
empört, weil die Autoren wieder die Thematik der polnischen Armut darstellen.»
«Polnisch-deutsche Romanze»
Marek Dolecki erzählte, wie er seine beiden Freunde kennen lernte:
Er traf Evgeni Koziula bei Reporterarbeiten in Weißrussland.
1988 veranstaltete er mit Siegward Schmitz die erste gemeinsame Ausstellung.
Auf diese Weise entwickelte sich eine enge Freundschaft, die bis heute besteht.
Siegward Schmitz besucht Polen seit über 16 Jahren. In dieser Zeit ging
eine Veränderung von ihm aus; d. h. aus einem bequemen Deutschen, der seinen
Urlaub lieber in Griechenland verbringt, ist ein gefühlvoller Mensch geworden,
den Polen fasziniert.
Siegward Schmitz Arbeiten thematisieren die menschliche Ehre.
Siegward Schmitz stellte fest:
«Es ist nicht so einfach Menschen auf dem Lande zu fotografieren.
Sie sind in der Regel sehr misstrauisch gegen über einem Fremden, der zusätzlich
noch mit einem Fotoapparat herum läuft. Jedoch war nach einer kurzen Zeit
das Misstrauen verschwunden. Ich durfte die Menschen draußen und auch in
ihren Häusern fotografieren. Sie waren sehr offen zu mir.»
Eine andere Zeitung übertitelt ihren Artikel: «Ins Herz blicken»
Der Deutsche fotografiert Polen seit 16 Jahren, jedoch nicht aus der Perspektive
eines reichen Menschen für den Polen exotisch klingt. Er fotografiert nicht
oberflächlich. Er zeigt Familien in ihren Häusern und man spürt in den Bildern
«Wärme und Ehre». Die Arbeiten von Dolecki stammen aus den letzten
10 Jahren. In der letzten Zeit konzentriert er sich auf zwei Themen: orthodoxe
Religion und Landleben. Seine Arbeiten vermitteln den Eindruck, als würde
man direkt ins Herz blicken. Eugeni Koziula zeigt das Leben auf dem Lande
im Weißrussland auf symbolische Weise. Im täglichen Leben findet er Dichtung
und Metaphysik.
Ein weiterer Zeitungsartikel: «Vergessene Welt»
Marek Dolecki berichtet über die Themen seiner Arbeiten:
«Die Bilder sind aus einer wirklichkeitsgetreuen und nicht aus einer
künstlich erdachten Welt entstanden. Wir müssen das berücksichtigen, da
80 % der Bevölkerung Ostpolen aus Einsiedeleien besteht. Die Stadtmenschen
vergessen oft diese Situation. Dort in den Dörfern gibt es die alten Einsiedler,
die langsam immer älter werden und ihre eigenen Tragödien in Stille erleben
und erdulden — am Rande unseres schnellen Tempos. Die ältere existierende
Generation ist mit ihrem Schicksal einverstanden. Sie führen kein einfaches
Leben! Sie leben in ihrer eigenen Welt!»
Ein Journalist der Zeitung «Kultura» in Bialystok berichtet:
Alle drei Fotografen besuchen vergessene Dörfer und Städtchen von Ostpolen.
Ostpolen (Ostwand genannt) ist ein armes und vergessenes Gebiet des Landes,
dass sich wirtschaftlich nur sehr schwach entwickelt hat. Alle drei Fotografen
haben in diesem Land ein Geheimnis entdeckt: Die alte Tradition findet hier
ihre Fortsetzung. Ihre Helden, sind einfache arme Leute; die einen glücklichen
Eindruck machen. Sie lächeln einen an und das Fotografieren ist für sie
ein großes wichtiges Ereignis.
Siegward Schmitz fügt hinzu:
«Wenn ich ein armes Haus betrete, habe ich den Eindruck, hier muß doch dringend geholfen werden.
Die Bewohner sind sehr erstaunt und behaupten, daß sie doch über alles verfügen.
Wenn ich dann das Haus verlasse, fühle ich mich von ihnen beschenkt».
Ein Kommentar:
«Diese Fotos wurden nicht nur einfach mit der Kamera gemacht, man
spürt ‘Herz und Seele’.»
Marek Dolecki berichtet in einem Fernsehinterview über seinen Kollegen
Siegward Schmitz:
«Unsere Freundschaft besteht seit 16 Jahren. Während der Vorbereitungen
zu der polnisch-deutschen Ausstellung habe ich Siegward Schmitz kennengelernt.
Ich habe bei ihm eine große Verwandlung bemerkt. Er gehört nicht zu den
Deutschen, die lieber ihren Urlaub in Griechenland oder an dem Strand verbringen.
Seit 6 Jahren arbeitet er an diesem Thema. Zuerst habe ich gedacht, daß
das arme Polen den «reichen» Deutschen nur fasziniert hat. Später
habe ich die Arbeiten von Zofia Rydel gesehen und dann fielen mir viele
Ähnlichkeiten auf. Schmitz spricht von der menschlichen Ehre. Seine Bilder
sind keine vorbereiteten Bilder und sie zeigen keine Dramen.
Die Landflucht hat zur Folge das in den Dörfern hauptsächlich die ältere
Generation übrig bleibt. Sie sind glücklich, weil sie in ihrer Natur, in
ihrem Heimatland leben können. Sie protestieren nicht gegen Armut, sie leben
einfach und natürlich. Wir denken, dass sie in einer anderen Welt leben.»
Rede von Harald Uhr zur Ausstellungseröffnung «Die Würde des Menschen zum Vorschein bringen’.» (PDF, 54 KB)
